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01.12.2013 | Köln Wohin mit dem Auto? Kölner Stadtanzeiger AUSGABE 01.12.2013

Wohin mit dem Auto? Kölner Stadtanzeiger AUSGABE 01.12.2013

Zunächst muss der Bauherr die Stellplatzanzahl für sein Bauvorhaben klären. In der Landesbauordnung sind hierzu Richtzahlen festgelegt, auf deren Grundlage die jeweiligen Kommunen ihren Bedarf festlegen. Dabei orientiert sich die Anzahl der erforderlichen Stellplätze  in erster Linie an der Nutzung. In Köln ist pro Wohnung ein Stellplatz nachzuweisen; bei Büroflächen entfällt auf 30 bis 40 Quadratmeter Nutzfläche ein Platz. Grundsätzlich sind Stellplätze auf dem eigenen oder einem nahegelegenen Grundstück in maximal 400 Meter Entfernung nachzuweisen. Auf separaten Grundstücken müssen diese öffentlich-rechtlich mittels einer Baulast im Grundbuch gesichert werden. Gehört das Grundstück einem fremden Eigentümer lässt sich dieser eine Baulasteintragung in der Regel teuer bezahlen.

Bei einer guten Anbindung des Vorhabengrundstücks an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erlaubt die Bauordnung einen sogenannten Reduktionsfaktor, der bei maximal 30 Prozent liegen kann. Das heißt, baut ein Bauherr zehn Wohnungen, muss er bei diesem Reduktionsfaktor anstatt zehn Stellplätzen lediglich sieben nachweisen.

Ist die Herstellung von Stellplätzen auf dem eigenen Grundstück nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten möglich, kann die Bauaufsichtsbehörde gegen Zahlung eines Geldbetrages darauf verzichten. Dessen Höhe ist in der Ablösesatzung festgelegt und vom Standort abhängig. In Köln gibt es zwei Gebietszonen. Im Innenstadtbereich wird für die Ablöse ein Betrag von 11.500 Euro erhoben, in den anderen Lagen (Gebietszone II) wird ein Betrag von 7.950 Euro fällig, falls die Bauaufsicht einer Ablöse zustimmt. Bei der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen kann sich der Betrag auf bis zu 650 Euro reduzieren. Dies gilt zum Beispiel bei der Schaffung zusätzlicher Wohnflächen durch nachträglichen Dachgeschossausbau. Aber auch durch andere Voraussetzungen kann der Ablösebetrag reduziert werden, so etwa bei Baudenkmälern oder öffentlich geförderten Wohnbauvorhaben. Grundsätzlich muss die Stadt dem Wunsch nach einer Ablöse nicht nachkommen, und kann in letzter Konsequenz eine Baugenehmigung ablehnen.

Nicht nur bei Neubau, auch bei Bestandserweiterungen, macht die Stadt Vorgaben. Wird ein Gebäude durch einen Anbau um 30 Prozent vergrößert, muss kein zusätzlicher Stellplatz nachgewiesen werden. Werden hingegen auf ein Gebäude mit zwei Etagen drei Stockwerke gebaut, handelt es sich um einen gravierenden Eingriff. Dann müssen die Pkw-Stellplätze im Bauantrag neu nachgewiesen werden.

Keine Gedanken um die Stellplätze muss der Bauherr am Theodor-Heuss-Ring 1 verschwenden: Die fünf Neubau-Wohnungen werden auf ein bestehendes Parkhaus mit fast 100 Stellplätzen gesetzt.

Der Experte:
Hendrik Mohnfeld ist Projektentwickler bei der WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH in Köln. Die Firma plant, baut und vermarktet Wohnimmobilien.

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